Mär 24 2009
Vor 600 Jahren…
Es war einmal…

“Ich Jorig der Tomlinger, Bürger zu Munichen, bekenne und gebe mit dieser Urkunde für mich, meine Hausfrau und für alle unsere Erben und Nachkommen bekannt, daß ich dem hochgebornen Fürsten Herzog Wilhelm, Pfalzgrafen bei Rhein und Herzog in Bayern, meinem gnädigen Herrn, folgende Güter verkauft habe: Meine Behausung, genannt Planegk den Seldhof (= Edelsitz) und die Mühle daselbst, weiterhin den Hof des Varcher und das Gütel des Vellslos daselbst, dann ein Haus, 2 Scheunen und einen Getreidekasten und andere Häuser von dem Drächel, den Schäferhof zu Kräling, einen Hof und 2 Lehen von Rudolf dem Preysinger. Die Güter sind und werden verkauft als freies und unangefochtenes Eigengut mit allem Zubehör, allen Rechten, Abgaben und Nutzungen, sei es im Dorf, im Wald, der Weide, dem Wasser, den Wiesen und Holz, sei es bewirtschafteter oder unbewirtschafteter Boden, nichts ausgenommen und auch nichts hinzugefügt, sei es hier benannt oder nicht. 450 rheinische Gulden hat mir der Herzog dafür mit Geld zu meiner Zufriedenheit bezahlt. Ich habe ihm auch 200 Schafe für 115 rheinische Gulden gegeben, die er mir nach meinem Willen zu meiner Zufriedenheit bezahlt und ausgerichtet hat. Wenn es aber sei, daß jemand dem obengenannten meinem gnädigen Herrn gegenüber innerhalb Jahresfrist wegen dieser vorhergenannten Behausung und den anderen Gütern Rechte geltend macht, gleichgültig wer, so sollen ich und meine Erben seine Güter ohne Schaden vertreten und den Rechtstitel innerhalb Jahr und Tag nach dem geltenden Landrecht bezeugen, sooft es notwendig ist. Mein gnädiger Herr soll auch die obengenannten Güter fernerhin nützen, besitzen, verkaufen oder damit tun und lassen nach seinem Bedürfnis wie mit anderen Gütern, die sein Eigentum sind. Zur Beurkundung der Wahrheit gebe ich diese Urkunde, sie ist besiegelt mit dem Siegel meines Schwiegervaters Hermann des Swindübels, Bürger zu Munichen, der sein Siegel auf meine Bitte hin an die Urkunde gehängt hat, ohne Schaden für ihn und seine Nachkommen. Siegelbittzeugen sind Matheys der Sentlinger, Kastner zu Munichen, und Stephan Walthasar, Zöllner des Herzogs. Das ist geschehen am Donnertag nach Lichtmeß, da man zählt nach Christi Geburt 1409 (= 7. Februar 1409) .”
(Quelle: Archivseiten Planegg http://www.planegg.de/Archiv.htm#eep)
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